Das größte Chamäleon der Welt ist das auf Madagaskar lebende Parsons Chamäleon (Calumma parsonii), deren Männchen eine Gesamtlänge von bis zu 81 cm erreichen können Leberre 1995). Ein sicheres Merkmal der Identifizierung eines Parsons Chamäleon ist der helle Fleck in der Flanke.
Zusätzlich zur Länge fällt vor allem der massive Körperbau auf, der es vielleicht auch zum schwersten Chamäleon der Welt werden lässt. Die Tiere erreichen mit drei bis fünf Jahren ihre Geschlechtsreife. Sie können 20 Jahre alt werden.
Columma parsonii ist ein Bewohner der Regenwälder des in 2000 Metern Höhe gelegenen madegassischen Hochlands. Temperaturen von 18 °C in der Nacht und tagsüber 30 °C lassen die Tiere bei hoher Luftfeuchtigkeit bestens gedeihen. Durch die zunehmende menschliche Besiedlungsdichte sollte man annehmen, dass das Parsons Chamäleon im Fortbestand gefährdet sei. Dieses scheint nicht der Fall zu sein, da sich die Tiere auf die neuen Bedingungen gut eingestellt haben. So haben sie erkannt, dass es in Tabakplantagen ein reiches Futterangebot auf den kultivierten Pflanzen gibt.
Neben Insekten erbeutet das Parsons Chamäleon auch kleine Säugetiere und Vögel. Daran sollte man denken, wenn man die Pflege eines solchen Tiers im Sinne hat. Nicht jedes Parsons Chamäleon nimmt bereitwillig Nahrung an. In einem solchen Fall muss die Ernährung mit der Hand erfolgen.
Wichtig bei der Haltung des Parsons Riesenchamäleon ist die Wasserversorgung, die am besten mit einer automatischen Sprühanlage zu erfüllen ist. Leider neigen zu feuchte Terrarien oft zu einem Bakterien- und Pilzbefall, der auch dem Parsons Chamäleon schaden kann. Verhindert wird so etwas durch geräumige, ausladende Terrarien mit großen Lüftungsflächen.
Allzu oft wird der Annahme verfallen, dass die territorialen und wenig aktiven Parsons Chamäleons mit wenig Platz auskämen, was nicht stimmt. Neben großen Terrarien bieten sich zur Pflege Gewächshäuser oder auch die Wohnung an, so für ausreichende Vegetation, Feuchtigkeit und Temperatur gesorgt wird. Ein ganzer wichtiger Aspekt ist die optimale Versorgung mit UV-Strahlung. Kommt der Pfleger diesem Anspruch nicht nach, verkümmert Parsons Chamäleon alsbald und stirbt. Im Mangel an UV-Strahlung wird der Hauptgrund dafür gesehen, dass viele Parsons Chamäleon nicht sonderlich lange in menschlicher Obhut überleben. Schenkt man den Berichten im Internet Glauben, sind 90 % aller Todesfälle auf unzureichende UV-Strahlung zurückzuführen.
Die Fortpflanzung geschieht alle zwei Jahre. Nach erfolgreicher Begattung legt das Weibchen zwischen 20 und 50 Eier. Aus diesen schlüpft nach etwa einem Jahr der Nachwuchs.
Obwohl die Art nicht als bedroht gilt, findet sie sich doch in der Washingtoner Artenschutzliste auf Anhang II genannt. Dies heißt, dass die Tiere nur mit korrektem Herkunftsnachweis gehandelt werden dürfen.