Kapwarane

Der Kapwaran ist in weiten Teilen Süd- und Ostafrikas verbreitet. Nach dem Nilwaran ist der Kapwaran die zweitgrößte Waranart die auf Afrika lebt. Er bevorzugt offene, trockene Steppen und Wüstenregionen mit geringer Vegetation. Jungtiere halten sich zum Schutz vor Fressfeinden gerne in Bäumen auf.
Wie die meisten Waranarten, fressen Kapwarane alles, was sie erbeuten können und was nach dem Zerreißen oder dem Abwetzen durch ihren Schlund passt. Entsprechend groß ist das carnivore Nahrungsspektrum: Insekten, Gliederfüßer, Schlangen, Echsen bis hin zu Säugetieren zählen zu ihrer bevorzugten Nahrung. Daneben erweisen sie sich als Plünderer der Nester von Reptilien und Vögeln. Ja selbst Aas wird nicht verschmäht. Lokalisiert wird die Beute mithilfe der Zunge. Sie leitet Duftmoleküle ins Maulinnere zur Auswertung über das Gaumendach und Gehirn. Es ist also der Geruch des potentiellen „Opfers“, der den Kapwaran zielsicher leitet.
Kapwarane erreichen eine Länge von bis zu 200 cm und können bis 16 kg schwer werden. Äußere Geschlechtsmerkmale gibt es nicht. Junge Kapwarane können in der Gruppe gehalten werden, obwohl eine Paarhaltung zu bevorzugen ist. Sonst kommt es vor, dass die gelegten Eier von den übrigen Gruppenmitgliedern als willkommene Nahrung angesehen werden.
Der massige Kopf ist breit aber kurz und fließt in den restlichen Körper über. Sehr gut zu erkennen sind die Öffnungen der Ohren, die weit hinten am Schädel sitzen.
Auffallend lang ist der Schwanz. Er erreicht die Länge des restlichen Körpers und dient zum Ausbalancieren während der Fortbewegung. Außerdem erweist er sich als respektable Verteidigungswaffe. Bei drohender Gefahr wird er zielsicher gegen den Angreifer geschleudert. Der peitschenähnliche Schlag kann schwere Prellungen bis hin zu Knochenbrüchen verursachen. Eindrucksvoll sind die langen Krallen, mit denen die Tiere auf Bäume und Gestein klettern. Weiterhin werden die Krallen zum Graben im Untergrund und zur Verteidigung eingesetzt.
Kapwarane sind tagaktiv und leben überwiegend bodengebunden. Anders als viele andere Warane, meiden die Tiere Wasser. Die Nacht verbringen sie in Höhlen oder auf Vorsprüngen.
Nach erfolgreicher Befruchtung dauert es vier bis fünf Monate, ehe das Weibchen in eine selbstgegrabene Grube bis zu 65 Eier legt. Nachdem die Eier abgelegt wurden, wird die Grube fein säuberlich verschlossen. Je nach Temperatur schlüpfen die jungen Echsen nach ca. 120 bis 180 Tagen. Sie haben eine Schlupflänge von etwa 15 cm und sind ab dem ersten Tag auf sich alleine gestellt. Die Tiere werden 15 Jahre und älter.
Ihre natürliche Zahl gilt inzwischen als gefährdet. Sie sind im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens als bedrohte Art geführt.
Kapwarane sind für die private Haltung wegen ihrer Größe nicht zu empfehlen.
 

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