Riese aus Arabien: das Jemen-Chamäleon

Mit knapp 60 cm Länge gehören die Männchen des Jemen-Chamäleons (Chamaeleo calyptratus) zu den größer werdenden Arten in der der Familie Chamaeleonidae. Ihre weiblichen Artengenossen erreichen bis 45 cm Länge.
Männliches Jemen-Chamäleon
Männchen und Weibchen lassen sich einfach unterscheiden: die adulten Männchen tragen, einem Helm ähnlich, einen Partialkamm auf dem Kopf. Junge Männchen sind an dem Fersensporn, der sich als Beule an den Hinterbeinen ausstülpt, zu identifizieren.
 
Gefunden wird die Art, wie der Trivialname verrät, in einem weitläufigen und klimatisch heterogenen Gebiet im Süden der arabischen Halbinsel.
 
Die Tiere leben auf Akazien und sukkulenten Wolfsmilchgewächsen. Untergrund und Nutzpflanzen zählen ebenfalls zu den möglichen Standorten, die meist aber nur kurz aufgesucht werden. Des Nächtens klettert das Jemen-Chamäleon als Schutz vor Räubern an die Enden höher gelegener Äste.
 
Die Männchen sind Einzelgänger, die auf alles reagieren, was ihrer Art entspringt. Vor allem Geschlechtsgenossen sind nicht willkommen. Sie werden mit beeindruckendem Imponiergehabe, wie Kopfnicken und zischende Laute bei geöffnetem Maul, empfangen. Lässt sich der Widersacher nicht in die Flucht schlagen, werden die Tiere rabiat. Der Unterlegene kann ernsthaft verletzt werden, wenn diesem die Rückzugsmöglichkeiten fehlen. Männchen im zarten Alter von vier Monaten reagieren bereits wirsch auf Artgenossen.
 
Die Grundnahrung des Jemen-Chamäleons sind Insekten. Es werden aber auch kleine Wirbeltiere, wie Echsen und Jungmäuse gefressen. Gelegentlich erweist sich dieses Chamäleon als Grünkostfresser. So werden Äpfel, Erdbeeren, Tomaten und auch Blätter verzehrt.
 
Jemen-Chamäleon WeibchenWegen ihrer zu erwartenden Endgröße müssen die Terrarien entsprechende Ausmaße haben. Gesetzlich wird für ein Chamäleon eine Größe vorgeschrieben, die sich daraus errechnet, dass die Kopf-Rumpf-Länge jeweils mit dem Faktor 4 (Länge) x 2,5 (Breite) x 4 (Höhe) multipliziert wird.
Wichtig ist eine ausreichende Belüftung, die dann optimal ist, wenn das Terrarium etwa 120 Minuten nach dem Abbrausen wieder vollends abgetrocknet ist.
Eine Zimmerhaltung ist möglich. Wichtig dabei ist, eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Wird dieses versäumt, können die Tiere an Nierengicht erkranken, was bei zu später Diagnose den Tod des Tieres bedeutet. Man kann dieser Erkrankung vorbeugen, indem dem Jemen-Chamäleon täglich mit einer Pipette gezielt Flüssigkeit verabreicht wird.
 
Das Jemen-Chamäleon besitzt den Schutzstatus des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens II, Anhang B und ist daher meldepflichtig.
 

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