Mit einer Gesamtlänge von bis zu 1,5 m gehört der Nashornleguan (Cyclura cornuta) zu den größten Echsenarten, die heute auf unserem Planeten leben.
Dennoch muss sich kaum jemand vor dem bis 10 kg schweren Koloss fürchten, denn seine Nahrung ist vorwiegend pflanzlich. Nur gelegentlich wird der Speiseplan um Kleinsäuger und Insekten erweitert.
Seinen Trivialnamen erhielt die Echse wegen der Hörnchen auf der Schnauzenspitze. Zwei kleine Hörnchen wachsen auf der Nasenspitze. Ein drittes, größeres Horn, findet sich zwischen den beiden erstgenannten Hörnchen, jedoch leicht nach hinten versetzt. Die drei Hörnchen werden bei den Männchen größer und können bei geschlechtsreifen Exemplaren als männliches Merkmal herangezogen werden.
Der natürliche Lebensraum sind die trockenen Stein- und Sandwüsten einiger Inseln in der Karibik. Dazu gehören Haiti, die Dominikanische Republik und die Cayman Islands. Der gedrungene Körper, der von kräftigen Extremitäten getragen wird, ist für die Lebensweise im Biotop bestens geeignet, denn Nashornleguane ziehen sich gerne in Felsspalten und Gruben zurück. Die Höhlen werden mit den kräftigen Krallen selbst gegraben. Obwohl diese Leguane ein Leben auf dem Boden favorisieren, können sie auch klettern.
Die Tiere leben in kleinen Kolonien, in denen sie sich außerhalb der Paarungszeit tolerieren. Sind die Weibchen jedoch zur Paarung bereit, kommt es unter den Männchen zu ritualisierten Machtkämpfen. Auch die Weibchen zeigen untereinander Imponiergehabe, nämlich dann, wenn die Eiablage kurz bevor steht und es darum geht, denn besten Legeplatz zu akquirieren.
Nach einer Tragzeit zwischen drei und vier Monaten werden etwa 15 bis 20 gänseeiergroße Eier in eine
vorbereitete Bruthöhle gelegt. Nach einer Inkubationszeit von rund 100 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Diese sind bereits 30 cm lang und etwa 45 g schwer. Es wird nun sechs Jahre dauern, bis die Tiere geschlechtsreif sind.
In der Natur, können Nashornleguane gut 20 Jahre alt werden; in menschlicher Obhut sogar bis 45 Jahre. Das ist wichtig, denn in der Natur ist es um den Fortbestand der Art schlecht bestellt. In seinen natürlichen Lebensräumen gilt der Nashornleguan für die dort lebenden Menschen als Fleischlieferant. Dieses ist schmackhaft und oft die einzige Fleischquelle, die die Bevölkerung dort hat.
Wie so oft ist dort, wo Mensch und Exot zusammentreffen, der Exot vom Aussterben bedroht, weshalb der Nashornleguan inzwischen in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet ist. Das bedeutet, dass die Art weder gefangen noch gehandelt werden darf. Nachzuchten können mit entsprechenden Zertifikaten weiter verkauft werden.
In vielen Zoologischen Gärten sind inzwischen Zuchterhaltungsprogramme angelaufen; unter anderem auch im Reptilium Landau. Für die private Haltung sind Nashornleguane kaum geeignet.
Kommentare
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.