Die Gattung Agama umfasst knapp 40 Arten, von denen die meisten in Afrika leben. Es sind mittelgroße, tagaktive Echsen. Viele Arten sind ausgesprochen farbenprächtig – vor allem die Männchen, die während der Balz ihr Farben noch intensivieren.
Ein besonderes Juwel in der Gattung Agama ist die Fliederagame. Agama mwanzae Loveridge 1923 lebt in nur wenigen Gebieten des östlichen Afrikas. Ihre geringe Verbreitung ist der Grund für ihren seltenen Import. Die Echsen erreichen eine Länge von um die 40 cm und sind damit für die paarweise Pflege in Terrarien mit den Mindestmaßen 150 cm (L) x 90 cm (B) x 100 cm (H) geeignet.
Als Bewohner von Steppe und Steinwüste liebt die Fliederagame tagsüber Temperaturen von bis zu 40 °C. Nachts bevorzugen die Echsen mit 20 °C es eher kühl.
Die Dekoration besteht aus Sand, Steinen und Baumästen, in welche die freudigen Kletterer ihre langen Krallen einhaken. Nicht fehlen dürfen Höhlen, in welche die Tiere Zuflucht suchen.
Weiterhin wichtig sind UVa- und UVb-Strahlung und eine regelmäßige Gabe von Vitaminen und Calcium. Ernährt werden die farbenprächtigen Echsen mit Wüsten- und Wanderheuschrecken. Die Fliederagamen werden sowohl mit der Hand gefüttert, aber auch die Möglichkeit des Jagens wird ermöglicht.
In der Natur sollen, Beobachtungen zur Folge, die Tiere in kleinen Haremsverbänden leben. Ein Männchen nennt mehrere Weibchen sein eigen. Unserer Erfahrung nach sind Fliederagamen friedlich und lassen sich bei üppiger Fütterung mit Leopardgeckos (Eublepharis macularius) vergesellschaften.
Da Wildfänge praktisch ausnahmslos mit Darmwürmern (Oxyuren) infiziert sind, empfiehlt es sich, nach dem Kauf, die Echsen in ein eigenes Quarantäne-Terrarium zu setzen. In den folgenden Tagen werden Kotproben gesammelt. Von jedem Tier je drei Proben, die mit einem Tropfen destilliertem Wassers bei 4 °C bis zum Versand feucht und kühl gelagert werden. Ist der Befund positiv - die Echsen haben Parasiten - wird über einige Tage mit einem Entwurmungspräparat behandelt. Nach der Behandlung werden erneut je Tier drei Kotproben gesammelt und zur neuerlichen Untersuchung eingeschickt. Ist das Ergebnis wunschgemäß, können die Fliederagamen in ihr eigentliches Domizil umquartiert werden.
Die Männchen von Agama mwanzae zeigen den Tag über immer wieder intensives Kopfnicken. Dieses dient einerseits zur Reviermarkierung, andererseits aber auch der Balz. In dieser Zeit wird das Weibchen immer wieder heftig gejagt; jedoch ohne, dass er das kleinere Weibchen verletzten würde.
Führt das Balzverhalten zum Erfolg, beginnt sie ihrerseits mit Kopfnicken. Dabei zeigt das sonst eher grau-blaue Weibchen einen beeindruckenden Farbwechsel, der bei flüchtigem Hinsehen, eine Verwechslung mit dem Männchen erlaubt. Das Kopfnicken des Weibchens bedeutet jedoch nicht, dass die Kopulation kurz bevor stünde, sondern dient vielmehr der Aufforderung, dass er sich noch anstrengen muss.
Dieses Verhalten dauert einige Wochen, ehe das nur wenige Sekunden währende Ereignis der Kopulation erfolgt. Nach der Fortpflanzung ändert sich das Verhalten der beiden Fliederagamen massiv und man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Tiere eine monogame Lebensweise eingegangen sind.
Während der Niederschrift dieses Beitrags ist festzustellen, dass das Weibchen trächtig ist. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Eiablage und Aufzucht gestalten wird. Bekannt von diesem Teil ihres Lebens ist bei den Fliederagamen jedenfalls bisher wenig.
Literatur:
Frische, J. & Wünstel, U. (2010): Fliederagamen – Schönheiten aus Afrika. Heimtierjournal, No. 67, 15-17