Die gewöhnliche Ameive (Ameiva ameiva) Linnaeus 1758

Systematisch zählen Ameiven zu den Schienenechsen der Familie Teiidae. Der Name rührt von den schützenden Schilden (auch als Schienen bezeichnet) her, welche neben dem Rücken auch die Bauchpartie umgeben. Sie beugen, gleich einem Schutzschild, Verletzungen vor, die nicht nur durch Jäger sondern auch während den Revierkämpfen der sehr territorial veranlagten Männchen verursacht würden.

Männchen von Ameiva ameivaAmeiven gehören unbestritten zu den farbenprächtigsten Echsen, die derzeit in den tropischen und subtropischen Landstrichen Süd- und Mittelamerikas zu finden sind. Ihrem etwa 20 cm lang werdenden Körper schließt sich ein bis 40 cm langer Schwanz an, der nicht abgeworfen werden kann. Männchen und Weibchen lassen sich farblich einfach unterscheiden.

Äußerlich ähneln Ameiven Eidechsen, jedoch mit dem Unterschied, dass sich ihre Ernährung üppiger gestaltet. So gehören neben Insekten auch nestjunge Nager und andere Reptilienarten in das Beuteschema. Ergänzt wird die Ernährung mit Früchten. Bei Jagd und Flucht zeigen sich Ameiven wieselflink.

Die meisten der rund 33 bislang bekannten Ameivenarten, einschließlich deren Unterarten, leben in den Randgebieten der Tropenwälder und in den Buschsavannen. Selbst das Ackerland haben sich die Reptilien als Lebensraum erschlossen. Es sind tagaktive Bodenbewohner, die gerne in den sandigen, trockenen Böden nach Nahrung graben und auch zur Eiablage eine Bruthöhle anlegen.

Paar von Ameiva ameivaWer sich für die Pflege von Ameiven entscheidet, benötigt für die agilen Tiere ein geräumiges, weitläufiges Terrarium. Mindestens jedoch sollte die Körperlänge (ohne Schwanz) mit folgenden Zahlen multipliziert werden: Länge mit 7, die Breite mit 4 und die Höhe sollte mit 3 multipliziert werden. Diese Angaben gelten für die Pflege eines Paars.

Da die meisten Ameiven in den tropischen und subtropischen Gefilden beheimatet sind, ist eine Tagestemperatur mit um die 30 °C zu gewährleisten, bei eine Luftfeuchte von bis zu 90 %; keinesfalls aber unter 70 %. Ausgenommen sind jene Arten die in den Steinwüsten beispielsweise von Mexiko oder Haiti leben.

Die Geschlechtsreife setzt mit dem zweiten Lebensjahr ein. Die meisten Ameiven legen ganzjährig Eier. Ein Gelege besteht aus bis zu 8 Eiern.

101016_ameive-m2Die in diesem Bericht gezeigte Ameive wurden von unserem Autoren Andreas Stelzig fotografiert. Es entstand auf den Cajos im Parco Nazionale "Morrocoy" in der Nähe der Stadt Tucacas an der Küste Venezuelas. Die hier dokumentierte Farbenpracht ist ungewöhnlich. Es dürfte sich um die Art Ameiva ameiva handeln. Falls uns ein Bestimmungsfehler unterlaufen ist, bitten wir die Leser um Richtigstellung.

Alle Fotos: Andreas Stelzig

 

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