Die Gabunviper (Bitis gabonica) ist eine Schlange aus der Gattung der Puffottern. Sie lebt in zwei Unterarten in West- und Zentralafrika. In ihrem Biotop, den tropischen Regenwäldern und deren Randgebiete, verbringt die dämmerungs- und nachtaktive Schlange den Tag träge auf dem Laub bedeckten Boden.
Diese Schlange bringt lebende Jungtiere zur Welt. Die Nachkommen haben eine Körperlänge zwischen 20 und 30 cm bei einem Gewicht von 30 bis 40 g. Zwischen 16 und 40 Jungschlangen können in einem Wurf sein.. Die Geschlechter sind gleichmäßig verteilt. Die Giftdrüsen und Giftzähne sind voll funktionsfähig und werden schon 24 Stunden nach der Geburt zur Jagd eingesetzt.
Bei drohender Gefahr verlässt sich die Gabunviper auf ihre Tarnung und bleibt regungslos liegen, was sie von anderen Schlangen unterscheidet, die schnellstmöglich verschwinden.
Wird die Gabunviper gereizt oder fühlt sich bedroht, kommt es zu dem für Puffottern typischen Drohverhalten, bei dem sie sich mehrfach aufbläht und die aufgenommene Luft zischend oder mit lauten Blasgeräuschen entlässt. Vergleichbar sind die Geräusche mit der Atmung von Darth Vader – Bösewicht aus „Krieg der Sterne“.
Die Gabunviper erreicht eine durchschnittliche Länge zwischen 1,20 und 1,50 Metern und bringt es mit dieser Größe auf ein Körpergewicht von etwa 10 kg. Damit ist sie die derzeit schwerste Giftschlange der Welt. Und als wäre dem noch nicht genug, hat die Gabunviper einen weiteren Rekord inne: die Giftzähne sind mit einer Länge von fünf Zentimetern die längsten aller Schlangenarten.
Die Gabunviper ist ein Lauerjäger. Ihre Beute registriert die Schlange über Vibrationen, die der weiche Untergrund überträgt und über den Geruch, den das Beutetier verteilt. Ist die Beute in Reichweite, stößt die Gabunviper mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 23,6 Meter pro Sekunde zu, was ca. 85 km/h entspricht.
Durch die langen Giftzähne wird das Gift tief in den Körper eingebracht, wo es entsprechend rasch wirkt.
Ihr Gift hat es in sich! Die Hauptanteile sind ein das Gewebe und das Herz schädigendes Protein, ein die Blutgerinnung hemmendes Eiweiß und – als wäre das noch nicht genug - je nach Verbreitungsgebiet mehr oder weniger starkes Nervengift.

Gelangt dieser Gift-Cocktail in die Blutbahn, ist das erste Symptom ein stechender Schmerz Nahe der Eintrittstelle. Der Blutdruck sinkt ab und löst einen Schock aus, dem Atemnot folgt. Durch die effektive Hemmung der Blutgerinnung und die Schädigung jener Zellenwände, die die Adern bilden, sickert das Blut in die umliegenden Organe.
Nach einem Biss ist darauf zu achten, dass die Person ruhig bleibt, was leichter gesagt ist als getan. Wenn möglich den gebissenen Bereich ruhig stellen und mit einer Schiene gegen Bewegung sichern. Sofern möglich, muss die Person liegend transportiert werden. Wenn nötig muss die gebissene Person mit lebenserhaltenden Maßnahmen wie Beatmung versorgt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft und die weitere Versorgung übernimmt.
Das Breitspektrum-Antivenin ist ein Serum, das nicht speziell das Gift der Gabunviper neutralisiert. Es wirkt gegen eine Reihe von Schlangengiften, was die Effektivität gegenüber einem spezifischen Serum reduziert.
Antiseren bergen grundsätzlich die Gefahr einer allergischen Reaktion die zu einer anaphylaktischen Schock führen kann, weshalb ein Antiserum nur von einem Arzt verabreicht werden darf.
Das Aussaugen oder Ausbrennen der Bisswunde ist sinnlos. Dieses gilt auch für das Ausschneiden der Bisswunde. Eine solche Maßnahme verschlimmert vielmehr die Situation, da das Gift die Blutgerinnung hemmt und dieses nun aus der Schnittstelle ungehemmt herausläuft.
Trotz aller Horrorszenarien: Belegte Todesfälle bei Menschen durch die Gabunviper sind nur wenige bekannt. Aber Vorsicht – sonst sind Sie vielleicht auch dabei!