Der dunkle Tigerpython Python molurus bivittatus ist einer von rund 90 Arten die in die Familie der Riesenschlangen geführt werden. Eine weitere Unterart in der Unterfamilie der Pythons ist der Helle Tigerpython Python molurus molurus, dessen Anerkennung als eigenständige Art derzeit diskutiert wird.
Der Dunkle Tigerpython, der über 25 Jahre alt werden kann, zählt zu den bei Terrarianer häufig anzutreffenden Riesenschlangen. Dass bei der Pflege eines solchen Tieres ein entsprechend großes Terrarium vom mindestens 2,5 qm, bei einer Mindesthöhe von 170 cm, eingeplant werden muss, erklärt sich durch die zu erwartende Endgröße von mehr als vier Metern. Dieser Python wird damit länger als das größte in Serie hergestellte Motorrad der Welt: die Gunbus 410.
Das Verbreitungsgebiet umfasst weite Bereiche der bewaldeten Tropen und Subtropen. Die Reviere sind stets in der Nähe von Wasser, weil der Tigerpython zu den Wasser liebenden Schlangen zählt. Ein Verhalten, das im Terrarium mit einer entsprechend großen Wasserfläche zu berücksichtigen ist. Auch dem Klettern muss durch entsprechend starke Äste Rechnung getragen werden.
Die Nahrung besteht aus kleinen Säugetieren. Vögel und Amphibien ergänzen das Nahrungsspektrum.
Die Beute wird blitzschnell gefangen. In Sekundenbruchteilen schnellt die Schlange mit geöffnetem Kiefer vor, in dem die spitzen, dünnen, länglichen, zum Rachen hin gebogenen Zähne sitzen, die in die Beute gestoßen werden. Dann umschlingt der Tigerpython seine Mahlzeit mit dem mittigen, aus kräftigen Muskeln bestehenden, Körper. Atmet die Beute aus, verengt der Dunkle Tigerpython die Körperschlingen und unterbindet mehr und mehr den Blutfluss hin zum Herzen. Damit wird gleichzeitig die Sauerstoffzufuhr reduziert. Üblicherweise erstickt die Beute. Erst wenn das Tier erwürgt wurde, wird es im Ganzen, vom Kopf her beginnend, verschlungen.
Tigerpythons sind, wie alle Arten der Gattung Python, eierlegend (ovipar).
Weniger bekannt ist, dass die Weibchen des Dunklen Tigerpython zur Jungfernzeugung fähig sind. So ist belegt, dass im Artis-Zoo, im niederländischen Amsterdam, ein Weibchen dieser Art in fünf aufeinander folgenden Jahren Eier legte, aus denen Jungschlangen schlüpften. Das Aufregende dabei: es war kein Männchen vergesellschaftet!
Spätere DNA-Analysen ergaben, dass die Jungtiere einen zur Mutter identischen Genpool hatten, was den Rückschluss zur Jungfernzeugung gestattet.
Es bleibt jedoch fraglich, ob die Jungfernzeugung durch die Einzelhaltung ausgelöst wurde und damit ein Ergebnis der Terrarienhaltung ist. Naturbeobachtungen haben die Jungfernzeugung bisher nicht bestätigt. Im Moment gilt Python molurus als die einzige Schlange mit dieser Fähigkeit.
Der Tigerpython wird aufgrund seiner Gefährdung durch Fang und Zerstörung des Lebensraums von der IUCN als Art der Vorwarnliste geführt. Der Handel ist mit einer CITES erlaubt.