Sanftmütiger Gigant: Der Kaiserskorpion

Mit einer Größe von bis zu 20 cm und einem maximalen Gewicht von 50 Gramm gilt der Kaiserskorpion (Pandinus imperator) derzeit als der größte Skorpion der Welt.
 
Die Körperfärbung eines Kaiserskorpions ist schwarz. Unter dem Einfluss von Schwarzlicht schimmert der gegliederte Chitinpanzer in einem fantastischen Blau. Grund dafür sind UV-Schutzstoffe im Chitinpanzer, welche schädliches UV-Licht reflektieren.
 
Der Kaiserskorpion lebt in den tropischen Wäldern Westafrikas. Hier herrscht eine Temperatur zwischen 20 und 30 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 %. Darum muss seine Pflege in einem entsprechend feucht gehaltenen Terrarium geschehen. Sehr gut zum Erhalt der Luftfeuchte eignen sich Pflanzen, die die Feuchtigkeit lange speichern, wie Moose.
 
Die nachtaktiven Kaiserskorpione sind lebendgebärend. Nach einer Tragzeit von zwölf bis fünfzehn Monaten werden zwischen 10 und 50 weiß gefärbte Jungtiere zur Welt gebracht. Diese verbringen die ersten drei Wochen ihres Lebens auf dem Rücken der Mutter, ehe sie diese verlassen. In der Zeit fängt die Mutter Beutetiere und legt sie vor sich damit die Jungen fressen können, erst dann beginnen die jungen Kaiserskorpione auf „eigenen Füßen zu stehen“ und selbst Nahrung zu fangen. Dann dauert es drei Jahre, bis sie geschlechtsreif sind und sich ihrerseits verpaaren.
 
Kaiserskorpione gehören zu den wenigen Skorpionen, die in Gesellschaft der gleichen Art gepflegt werden können. Sie verbringen den Tag in unterirdischen Verstecken. Mit der Dämmerung verlässt der Kaiserskorpion die bis 30 cm in die Tiefe reichende Behausung, um als Lauerjäger Beute zu warten.
 
Ernährungstechnisch ist die Art ein Allesfresser, so die Beute von tierischer Herkunft ist. Selbst kleine Mäuse gehören zum Speiseplan. Der Fang erfolgt mit den kräftigen Scheren. Nur wenn sich die Beute zu stark zur Wehr setzt und zu flüchten droht, kommt der Giftstachel zum Einsatz. Das darin enthaltene Gift ist ein Nervengift und lähmt die Beute. Es ist für uns Menschen in seiner Wirkung vergleichbar mit dem der Biene. Für ein kleinwüchsiges Insekt aber hat dieses Gift eine verheerende Wirkung. Trotzdem geht der Kaiserskorpion mit dem Einsatz des Giftstachels bedächtig um, da bei einem Stich üblicherweise das komplette Gift injiziert wird und es bis zu vier Wochen dauert, ehe das Gift nachproduziert wurde. In dieser Zeit sticht ein Kaiserskorpion nicht.
 
Der Kaiserskorpion wird im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang II als geschützte Art gelistet und ist somit meldepflichtig.
 

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