Die Riesen-Vogelspinne (Theraphosa blondi)

Wer an einer Spinnenphobie leidet, dürfte beim Anblick der Riesenvogelspinne von Schreikrämpfen und Schweißausbrüchen gebeutelt werden. Mit einer Körperlänge der Weibchen von bis zu 12 cm, einer Beinspannlänge von bis zu 30 cm und einem Gewicht von 170 g flösst diese Spinne auch Menschen ohne Arachnophobie gehörigen Respekt ein. Hinzu kommt, dass die Goliath-Vogelspinne Kieferklauen von 2,5 cm Länge ihr Eigen nennt, mit denen sie schmerzhaft zubeißen kann.

Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi)Und als wäre das noch nicht genug, schleudert die Vogelspinne ihren Peinigern Brennhaare entgegen. Ein Verhalten, das „bombardieren“ heißt, weshalb sie in die Gruppe der Bombardierspinnen eingliedert wird.

Die Brennhaare dienen aber auch dazu, den Unterschlupf auszukleiden, um potentielle Fressfeinde oder „Wohnungsdiebe“ fern zu halten. Als Ergebnis des Auskleidens sind die Tiere an einigen Stellen ihres Hinterleibs kahl. Was also im ersten Moment die Sorge einer Krankheit aufkeimen lässt, ist ein normales Erscheinungsbild.

Foto: Angela von Drachenfels

Die Riesen-Vogelspinne ist in den tropischen Regenwäldern in Teilen Südamerikas zu Hause. Die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 80 bis 95 % bei einer Lufttemperatur von um die 30 °C. 

Die Goliath-Vogelspinne hat ihren Lebensraum auf dem feuchten Waldboden, in den sie tiefe Wohnhöhlen gräbt. Als dämmerungsaktiver Jäger erbeutet sie in dieser Zeit kleine Säugetiere, Insekten und wohl auch Jungvögel. Diese packt die Spinne mit ihren riesigen Armen und in Bruchteilen einer Sekunde werden die Kieferklauen in die Beute gestoßen. 01b_vorgelspinneDabei wird das Verdauungsgift injiziert. Das Gift ist für den Menschen nicht als gefährlich einzustufen, sorgt aber einigen Berichten zufolge für starke Schmerzen an der Bissstelle. Ist die Beute getötet, wird sie außerhalb der Spinnenkörpers durch die injizierten Verdauungssäfte verdaut und der Brei durch die innen hohlen Kieferklauen eingesaugt.

Die Paarung verläuft bei der Goliath-Vogelspinne vergleichsweise harmonisch. Das kleinere Männchen überlebt den Paarungsakt in der Regel – was bei Spinnen nicht selbstverständlich ist. Nach einer Tragzeit von 6 - 15 Wochen werden zwischen 100 und 150 Eier in einen Kokon gebettet. Die Jungtiere schlüpfen mit einer Größe zwischen 0,5 und 1 cm. 

Das Terrarium für eine Theraphosa blondi sollte eine Breite von um die 60 cm, eine Höhe von etwa 40 cm und Tiefe von mindestens 30 cm haben. Wichtig ist ein mindestens 20 cm hoher Bodengrund, der leicht feucht zu halten ist. Es bietet sich ein Gemisch aus Sand und ungedüngter Blumenerde an. Da die Goliath-Vogelspinne ein gieriger Fresser ist, bereitet die Ernährung keine Probleme – ganz im Gegenteil: man muss aufpassen, dass die Tiere nicht verfetten. Riesenvogelspinnen gelten als einfach in der Pflege und auch die Aufzucht ist vielfach gelungen.

 

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